Die Religion steht über allem

die islamische Herausforerung
@Mohamed Hassan/pixabay

Mohammed hat mit seinem Koran für alle Muslime und für alle Zeiten eine Botschaft und einen Auftrag gegeben. Dieser Auftrag ist sehr eindeutig formuliert und fordert die Gläubigen auf, nicht den Ungläubigen zu folgen und sie mit aller Energie zu bekehren und zu bekämpfen. Ungläubig sind alle, den nicht den Koran als absolutes Gesetz verstehen und ihr Leben bedingungslos danach richten. All diese Menschen verurteil Allah zu absoluter Verdamnis, zu Höllenqualen nach dem irdischen Tod. Die tradierte Überlieferung zeichnet ein gefährliches Selbstverständnis und Zugang der Muslime zu ihrer Religion.

In der 22. Sure beschäftig sich der Koran intensiv mit dem Dualismus der Gläubigen und Ungläubigen. Die hier beschriebenen Vorstellungen, was mit Ungläubigen geschehen wird, sind grausam und barbarisch. Für sie soll es Kleider aus Feuer geben, siedendes Wasser soll über sie gegossen werden, ihre Eingeweide und Haut wird sich auflösen. Sie werden mit Eisenkeulen geschlagen, es gibt kein Entrinnen aus dieser absoluten Hölle. Nur die rechtschaffenden Gläubigen wird Allah in das Paradies führen. Solche Horrorvorstellungen verdeutlichen den damaligen Hass auf die Ungläubigen und zeichnen ein Bild einer brutalen, archaischen Gesellschaft, die sich mit Gewalt ausbreitete.

Hatte Gott die Araber vergessen?

Nach der Aussage Mohammeds hatten die frühen Menschen einst einen einzigen Glauben. Erst durch Uneinigkeit und Trist entwickelten sich viele unterschiedliche religiösen Glaubenssysteme, die immer wieder um Deutungshoheit kämpften. Die Menschheit entzweite sich zusehends. Um diesen Prozess aufzuhalten, sandte Gott immer wieder Propheten auf die Erde. Aber immer erfolglos, sie scheiterten, ihr Auftrag und ihre Mission erreichten nie das gewünschte Ziel. Die Menschheit driftete immer weiter auseinander und entfremdete sich. Die Folgen waren grausam, Misstrauen, Unverständlichkeit, Hass und Gewalt wurden zur menschlichen Seuche. Mit Mohammed nun versuchte der allmächtige Gott diese menschliche Entwicklung aufzuhalten, mit ihm sandte er ein letztes Mal die göttliche Botschaft zur Errettung der Menschen auf die Erde.

Die Araber zu Mohammeds Zeiten lebten in Unwissenheit. Sie hatten keine richtige Vorstellung von Gott, viele Götter und Göttinnen wurden verehrt. Jeder Stamm hatte seine eigenen Gottheiten, seinen eigenen Glauben und eigenen Moralkodex. Die Menschen waren vollkommen unvorbereitet, wie sie sich am jüngsten Tag zu verhalten hätten. Andere Gläubigen (im Christentum und im Judentum traten bedeutende Propheten auf) waren von Gott durch die Propheten über das göttliche Gesetz in Kenntnis gesetzt, die Araber aber nicht. Diese und politische Sorgen um die Struktur der vor-islamischen Gesellschaften, trieben Mohammed immer wieder aus Mekka in eine einsame Höhle hinaus. Er zog sich zurück, grübelte und verfiel vermutlich in Trance oder in Meditation. Hatte Gott die Araber vergessen oder warum trat bisher kein arabischer Prophet auf und vereinte die Araber? Zweifel und Sorgen zerrissen sein Gemüt, ohne zu ahnen, dass er zum Gründer einer neuen religiösen Lehre werden sollte. Die Botschaft Gottes traft Mohammed vollkommen überraschend, wenn auch nicht unbedingt unvorhersehbar. Er erhielt Einblick in die Tiefenstruktur der Welt und des Universums, erfuhr von der Entstehung der Geschöpfe, von der Wahrheit und von dem göttlichen Gesetz.

Die Universalität des Islams besteht darin, dass er die absolute Religion darstelle, die für alle Menschen Gültigkeit hat. Seit dem ersten Auftreten der frühen Propheten seien die Menschen bereits zum Islam aufgerufen wurden, doch haben die Menschen die Botschaft nicht richtig erkannt. Durch Mohammed hat Allah diese Botschaft erneuert. Er ist der letzte Prophet in einer langen Reihe, nach ihm wird es keinen Propheten mehr geben. Aus diesem Umstand wird gefolgert, dass die Lehre Mohammeds für alle Menschen bestimmt sein muss. Der Islam hebe demnach alle bisherigen religiösen Lehren bedingungslos auf. Wer also an Mohammed glaubt, glaubt auch an alle anderen Propheten und dessen Lehren. Auch wer an die Lehren Christus glaube, glaubt an Mohammed. Sobald jemand an einen Gott glaubt, wird unweigerlich an Allah geglaubt, auch wenn die Namen unterschiedlich sind.

Glaube trifft auf Atheismus

Nach Ansicht vieler islamischen Gläubigen werden Menschen im Westen durch den Atheismus und den Materialismus zerstört und verlieren immer mehr ihre Pflichten gegenüber Gott. Die modernen Techniken und die sinnentleerte moralisch dekadente Lebensweise unterstützen diese Entwicklung. Dem Irrtum des modernen Lebens kann nur mit der Religion begegnet werden. Die christliche und jüdische Religion ist dem Verständnis des Islam schuld an der Misere des Westens. Deshalb braucht es eine starke geistige Erweckung der islamischen Diaspora in Europa.

Die Renaissance des Islams wurde vom Westen bisher meistens herablassend belächelt, meinten sie doch, die Zeit eines starken Islams gehöre der Vergangenheit an. Mit Freude erzählt man sich im Westen, dass ein islamisches Land nach dem anderen der Macht Europas erlag. Die modernen, westlichen Denkstrukturen lösten religiöse Muster ab und ermöglichten ein Ausbreiten rationalem Denken. Aber die vermeintlich innere Auflösung der Moral und der sich immer stärker ausbreitenden Klassenkampf im Westen, bieten den islamischen Lehren Angriffsfläche ihre Visionen nach Europa zu tragen. Der Islam sagt den Menschen nicht nur, was zu tun wäre, sondern was sie tun müssen. Die moralische Dekadenz, der Zerfall der Familie, die Ausbreitung sexuellem Hedonismus, all diese modernen westliche Seuchen, werden durch den Problemlöser Islam geheilt. Die Reinheit des Glaubens wird zu einem Medikament aller Gesellschaften. Der Islam spricht die Menschen direkt an, er hat eine einfache Sprache und bringt schnelle und effektive Lösungen mit.

Es bedarf daher eine breite philosophische Debatte um die modernen islamischen Herausforderungen in Europa.

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