Der Prophet und seine junge Frau Aisha

Muslima
@Gerd Altmann /Pixabay

Nach der islamischen Überlieferung heiratete Mohammed seine Frau Aisha als sie ein Mädchen mit sechs Jahren war. Die Ehe vollzog er als sie knapp 9 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Prophet der Muslime in den Fünfziger Jahren, als er starb war Aisha gerade mal 19 Jahre alt.

Aus der heutigen Sichtweise, aber wohl auch für die damalige Zeit, war das Verhalten Mohammeds nicht nur sehr ungewöhnlich, sondern auch erschreckend. Zwar waren Kinderehen im 7. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel durchaus üblich, aber ein Mädchen mit 6 Jahren zu heiraten war auch für die damalige Zeit außergewöhnlich.

Nicht ohne Grund haben spätere Theologen und Gelehrte versucht, diese Geschichte zu relativieren und verweisen auf den Umstand, dass das wahre Alter Aisha uns nicht bekannt sei. Einige Gelehrte meinten, dass Aisha zwar mit 6 Jahren den Propheten geheiratet hatte, aber bis zu ihrer Pubertät im Elternhaus lebte und erst dann dort die Ehe vollzogen wurde. Trotz aller Relativierungen ist davon auszugehen, dass die Altersangaben durchaus als wahr erachtet werden müssen. Aisha war bei der Eheschließung ein kleines Mädchen und bei dem ersten Geschlechtsverkehr mit dem deutlich älteren Propheten kaum älter.

Dem Willen Gottes widerspricht man nicht

Auch wenn das tatsächliche Alter umstritten zu sein scheint, fest steht auf jeden Fall, dass Aisha sehr jung gewesen sein muss, als Mohammed sie heiratete. Diese Heirat mit einem minderjährigen Kind war der ausdrückliche Wille Allahs. Kaum ein Gläubiger würde es je wagen Allahs Verordnungen und Gebote zu widersprechen. Im Koran wird klar geregelt, dass der Wille Allahs niemals hinterfragt werden darf: „Er (Allah) wird nicht zur Rechenschaft gezogen über das, was er tut. Aber sie (Die Menschen) werden zur Rechenschaft gezogen“[1]. Unter diesen göttlichen Segen und Willen fügte sich Aisha in die Ehe mit dem viel älteren Mohammed.

Noch heute wird dieses Verhalten des Propheten kaum hinterfragt und breit diskutiert, vielmehr wird auf den Willen Gottes verwiesen. Was sei an einer Ehe falsch, wenn sie von Gott bestimmt ist, auch wenn die Braut, sechs, sieben oder neun Jahre alt sei? Unter diesen Bedingungen scheint es auch nicht weiter wichtig zu sein, dass Mohammed seine Ehe mit dem jungen Mädchen in kleinster Weise hat verteidigen müssen. Die Kultur der Kinderehen ist auch im Koran verschriftlich worden. In der Sure 65, 4 offenbart Allah seinen Gläubigen: Und wenn ihr bei denjenigen von euren Frauen, die keine Menstruation mehr erwarten, (irgendwelche) Zweifel hegt, soll ihre Wartezeit (im Fall der Entlassung) drei Monate betragen. Ebenso (w. Und) bei denen, die (ihres jugendlichen Alters wegen noch) keine Menstruation gehabt haben. […]

Interessant ist hier die Aussage, …bei denen, die wegen ihres jugendlichen Alters noch keine Menstruation haben“. In diesem Szenarium offenbart Allah den Muslimen ein gesellschaftliches Bild, in dem minderjährige Mädchen verheiratet sind. Die Kultur der Kinderehen ist bis heute ein fixer Bestandteil orthodoxer Muslime und traditioneller Lehren.

Auswirkungen auf heute

Die Tradition der Kinderehen durchzieht die islamische Geschichte wie ein roter Faden. Ayatollah Khomeini heiratete ein zehn Jahre altes Mädchen als er fast 30 Jahre alt war. Er soll damals seinen Gläubigen geraten haben: „Gib dein Bestes, um sicherzustellen, dass deine Töchter nicht ihr erstes Blut in deinem Haus sehen“. Damit verwies er darauf, dass die Töchter vor ihrer ersten Menstruation bereits verheiratet werden sollten. Die Ehe mit einem blutjungen Mädchen nannte er „einen göttlichen Segen“.

Im Jahr 2000 betrug das gesetzliche Heiratsalte im Iran für Mädchen neun Jahre und für Jungen vierzehn Jahre. Noch in diesem Jahr bemühte sich die Regierung das Mindestalter für Mädchen ebenfalls auf vierzehn Jahre heraufzusetzen. Etwas, was vor allem die orthodoxe Theologie auf den Plan rief, die sich vehement dagegen aussprach. Generell gelten Mädchen spätestens ab Beginn der Pubertät als heiratsfähig, oftmals werden sie aber viel früher verheiratet.

Mehr als die Hälfte der Mädchen in Afghanistan und Bangladesch sind bevor sie in die Pubertät kommen bereits verheiratet oder zumindest verlobt. Auch unter den Flüchtlingen sind viele minderjährige Mädchen bereits zwangsverheiratet. Dieses Phänomen der Kinderehen lässt sich in allen islamischen Ländern finden.

Das ist der hohe Preis, den Mädchen und Frauen dafür zahlen müssen, weil Mohammeds Verhalten als „hervorragendes Beispiel“ für alle Muslime gilt: Im Gesandten Gottes habt ihr doch ein schönes Beispiel – (alle haben in ihm ein schönes Beispiel), die auf Gott hoffen und sich auf den jüngsten Tag gefaßt machen und Gottes ohne Unterlaß (w. viel) gedenken.[2]

[1] Vgl. 21,23
[2] Vgl. Sure 33,21
Hamed Abdel-Samad – Mohamed eine Abrechnung

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