Die Moscheen in Europa müssen einen gewaltigen Lernprozess durchlaufen, damit ein Islam europäischer Prägung überhaupt denkbar ist. Dazu bedarf es einer weiten und liberalen Öffnung der theologischen Begründungskontexte. Generell tendieren Moscheen in Europa zum Separatismus; sie entwickeln eine ganz eigene Lebenswelt und Weltanschauung. Es kommt zu keinem breiten Austausch mit der Mehrheitsgesellschaft, man bleibt unter sich. Dabei ist in den europäischen Moscheen auch eine starke Trennung nach Ethnien zu erkennen, Türken besuchen kaum nicht-türkische Moscheen, bei den Bosniaken und anderen Muslimen das gleiche Bild. Das stärkt den Prozess des Separatismus und nationalistische Denkfiguren. weiterlesen

Generell sind Moscheen eine Art Kultstätte der islamischen Glaubensgemeinschaft. In früheren Zeiten des aufstrebenden Islams, umgaben die Moscheen (jami) noch weitere Anlagen, wie eine Madrasa (islamische Schule), eine Bibliothek, ein Brunnen, ein Gesundheitsamt oder eine Kantine. Damit war das religiöse Zentrum, dass sich archetektonisch in das Stadtviertel eingliederte, neben einem spirituellen Ort, auch ein Ort der Begegnung, der Bildung und der sozialen Versorgung der Gläubigen. Von dieser Situation hat sich die moderne Moschee weltweit meilenweit entfernt, sie tendiert immer mehr zu einem Ort der religiösen Politik, zu einem soziokulturellen Abgrenzen von der Mehrheitsgesellschaft. weiterlesen