Allah – der unfriedliche Gott?

Muslim betet zu Allah
@Mohamed Hassan /Pixabay

Der islamische Gott muss heute weniger durch seinen Namen identifiziert werden, sondern vielmehr durch seine Attribute und vor allem durch seine Taten. Zwar trägt er auch den Namen „Barmherziger“, aber angesichts der vielen in seinem Namen legitimierten Gewalttaten musst man sich fragen, war und ist Allah selbst unfriedlich?

Bevor man die islamische Gottesvorstellung in einem modernen Kontext beleuchtet, ist es ratsam, das tradierte Gottesbild zu betrachten, dass heute immer noch in vielen Bereichen hochaktuell ist. Im Koran finden wir etliche Belege für eine totale Verachtung anderer Götter. In der Sure 53,20-25 werden besonders die drei weiblichen Göttinen Lat, Ozza und Manat offen verachtet und lediglich als ein „Hirngespinst“ der frühen Araber dargestellt. Sie sind somit „Trugbilder“ der schöpferischen Kraft der hoffnungssuchenden menschlichen Fantasie. Einzig und allein Allah sei als göttliche Kraft vorhanden.

Vom Satan beeinflusst?

Wer aber sagt uns, dass nicht auch Allah das Ergebnis des schöpferischen Geistes ist? In diesem Zusammenhang ist besonders die unter dem Begriff „Kranich-Affäre“ (Satanische Verse) bekannt gewordene Zensur Teile der göttlichen Offenbarung durch islamischen Theologen interessant. Die Theologen gingen davon aus, dass die aus dem Koran gestrichenen Suren ihrem Propheten von Satan eingeflüstert wurde. Aber wie kann dann ausgeschlossen werden, dass die anderen Suren nicht auch von Satan beeinflusst wurden? Und warum konnte Gott in seiner Allmacht den Missbrauch der Botschaft durch den satanischen Gegenspieler nicht verhindern? War dieser etwa mächtiger und konnte, zumindest Teile der vermeintlichen göttlichen Offenbarung mit seiner Lehre durchseuchen? Bleibt also die Frage zu klären, wieviel „Böses“ steckt im Koran? Diese scharfen und berechtigten Fragen wurden durch die Zensur der Theologie erst notwendig.

Damit scheint das Grundgerüst des Glaubens auf fraglichen Fundamenten zu stehen. In den gestrichenen Suren werden die drei oben genannten Göttinnen symbolisch als Kraniche dargestellt und Mohammed soll sich vor ihnen demütigt verneigt haben. Er erhoffte sich die Fürsprache der drei Göttinnen. Doch hier zeigt sich auch die zynische Ansicht Mohammeds, der einerseits einen strengen Monotheismus predigte und damit aller anderen Gottheiten sterben ließ, aber gleichzeitig sich vor drei weiblichen Göttinnen verneigte. In der später geeinte Koranversion mussten diese Ansichten des Propheten entfernt werden, ansonsten wäre der strenge Monotheismus nicht mehr haltbar gewesen.

Allein diese Geschichte zeigt bereits, dass Gottes Allmacht doch auch seine Grenzen hat und dass der göttlichen Botschaft wohl nicht immer vertraut werden konnte, Die Geschichte zeigt, dass satanische Einflüsse Verderben über die Menschen bringen konnte. Was aber, wenn es noch unentdeckte satanische Einflüsse im Koran gibt, die bis heute die Weltanschauung und den Islam prägen?

Gott als Beschützer?

Wie sollte ein Gott für die Menschheit sein? Generell stellen wir uns einen Gott als Beschützer der Menschen vor. Als Heilsbringer in schweren Zeiten der Not. Der islamische Gott hat aber offensichtlich noch eine andere, eine dunklere Seite. Wie sonst lässt sich die die 42,46 erklären, die offen darlegt, dass Gott nur bestimmte Menschen zum Glauben beruft? Und andere bewusst ausschließt? Denn „[…] Wen Gott irreführt, für den gibt es keinen Weg.“[1] Warum sollte Gott bestimmte Menschen irreführen und sie damit in die Hölle schicken? Was ist das für ein Gott, der die Hoffnung seiner Geschöpfe vernichtet und ihnen keine Entscheidungsgewalt überlässt?

Auch wenn sich diese Menschen bemühten den wahren Glauben zu finden und sich nach Gottes Geboten zu verhalten, sie würde von ihrem Schöpfer absichtlich in die Irre geleitet und in der Hölle landen. Beinahe zynisch mutet da die drauffolgende Aufforderung an, auf Gott zu hören.[2] Wenn man nun auf Allah hört und dieser einen in die Irre leitet, folgt man dann nicht doch allen Geboten? Was also, wenn Allah Mohammed in die Irre geleitet hatte und die göttliche Botschaft lediglich einen falschen Weg aufweist? Hätte das nicht unglaublich fatale Auswirkungen auf unsere heutige Welt und ihre kulturellen Herausforderungen besonders mit islamistischen und jihadistischen Strömungen?

Was war die Aufgabe Mohammeds?

Blicken wir nochmal auf die Aussage zurück, nachdem Gott jene Menschen in die Irre leitet, die er in die Irre leiten möchte. Das klingt nicht so, als ob ein Prophet hier noch eine sinnvolle Aufgabe verrichten hätte können. Auch wenn Mohammed sich bemüht und die göttliche Botschaft verbreitet, so müsste er doch immer auf Gottes Hilfe hoffen, dass seine Zuhörer von Gott nicht in die Irre geleitet werden. Warum also, bemüht Gott sich, einen Propheten zu berufen und sorgt gleichzeitig dafür, dass einige Menschen gar nicht in der Lage sind, an die Botschaft zu glauben? Kann man Gott etwa sinnlose Taten zu schreiben? Wird Gott hier nicht auf eine eher menschliche Stelle gerückt oder kommt es zu einer Gottwerdung der Menschen? Kann ein solcher Gott, der ein Prophet zur Errettung auf die Erde schickt und dann dafür sorgt, dass bestimmte Menschen von der Botschaft ausgeschossen sind und damit aufgrund von Gotteswillen ohne Gnade in der Hölle landen barmherzig, gütig und milde sein?

Es gibt eine Vielzahl solcher Aussagen im tradierten Islam. Ein sozial entschärfter Islam benötigt auch ein vollständig neues Gottesbild. Erst ein humaner Zugang zu Gott kann die Lage entschärfen. Doch solange das alte Gottesbild weiterhin aktiv ist, bleibt der Islam in seinen eigenen geistigen Ketten gefangen. Für ein Aufsprengen dieser Ketten plädiere ich in meinem Buch: Jihad – Eine Ideologie des Todes.

 

[1] Vgl.  Sure 42,46
[2] Vgl. Sure 42,47

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