Die notwendige Öffnung der Moschee

Die Moscheen in Europa müssen einen gewaltigen Lernprozess durchlaufen, damit ein Islam europäischer Prägung überhaupt denkbar ist. Dazu bedarf es einer weiten und liberalen Öffnung der theologischen Begründungskontexte. Generell tendieren Moscheen in Europa zum Separatismus; sie entwickeln eine ganz eigene Lebenswelt und Weltanschauung. Es kommt zu keinem breiten Austausch mit der Mehrheitsgesellschaft, man bleibt unter sich. Dabei ist in den europäischen Moscheen auch eine starke Trennung nach Ethnien zu erkennen, Türken besuchen kaum nicht-türkische Moscheen, bei den Bosniaken und anderen Muslimen das gleiche Bild. Das stärkt den Prozess des Separatismus und nationalistische Denkfiguren.

Eine notwendige Öffnung, eine Transparenz der Moscheen sowie ein direktes Einbeziehen der Mehrheitsgesellschaft ist die notwendige Antwort auf Radikalismus und Islamismus in den islamischen Vereinigungen. Eine solche Praxis muss weit über das Maß von Tagen der offenen Tür hinaus gehen, die Moschee als religiöse Zentrum muss offen für alle Interessierte sein und darf sich nicht hinter Lehren und Dogmen verstecken. Es muss erkennbar sein, welchen theologischen Standpunkt Imame und islamische Trägervereine vertreten, die Predigten müssen auf Deutsch gehalten werden und auf die Spiritualität begrenzt bleiben. Politische oder gar kämpferische Inhalte haben hier keinen Platz, auch der ausländische Einfluss muss unterbunden werden.

Die europäische Moschee muss nicht in ihrer inneren geistigen Logik, sondern auch archetektonisch und Werteorientiert, nicht nur Muslime, sondern alle Bürger/Innen offenstehen. Dazu bedarf es nicht nur der sozialen-gesellschaftlichen Integration, sondern auch das Gebäude und der Standort muss unter diesen Punkten berücksichtigt werden. Ein überdimensionaler Bau, der jeglicher europäischem Baustil trotzt, pompös protzig sich nicht in das Stadtbild einfügt, wirkt nicht nur wie ein Fremdkörper, sondern drückt auch weiterhin den Separatismus und Machtgefühl aus.

Die Moschee muss im europäischen Kontext aus der Ethnisierung geholt werden und für alle Mitglieder geöffnet sein. Sunniten und Schiiten, Männer und Frauen müssen gleichberechtig akzeptiert werde. Andernfalls werden den Rissen und die Gräben, die Unterschiede statt der Gemeinsamkeiten unnötig überpropositional betont und öffentlich zur Schau gestellt. Es muss klar sein, was in den Moscheen passiert, welche Inhalte verbreitet und welche Lehren gepredigt werden. Der ausländische Einfluss in vielen Moscheen in Europa verhindert eine breite Reform und führt dazu, dass westliche Werte durch die Macht der Moschee unterwandert werden. Solche Moscheen verhindern eine aktive Integration der Muslime.

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