Die Idee

Während meines Philosophiestudiums und der intensiven Auseinandersetzung mit den Quellen des Islams, ist mir immer mehr bewusst geworden, dass in Österreich kaum eine intensive Aufarbeitung kritischer Koransuren und Textstellen stattfindet. Vielmehr wird argumentiert, dass auch das Christentum eine grausame und gewaltvolle Epoche hatte. Gewaltbejahenden und faschistische Suren werden einfach wegdiskutiert und die westliche Exegese konzentriert sich vor allem auf humanistische Suren und Textstellen. Die Gewalt, die Abwertung der Frau, der Terrorismus in Namen Allahs werden einfach ausgeblendet oder nur am Rande diskutiert.

Problematische Einflüsse radikale Gruppen und Denker werden mit rationalen und offenen Denkern und Gruppen einfach weggeredet. So als gäbe es diese Probleme gar nicht. Der Islam wird generell nur als eine Religion verstanden, nicht aber als ein totalitäres politisch-gesellschaftliches System. Durch diese einfache Reduktion der komplexen Wirklichkeit können politische Probleme einfach ausgeblendet werden. Durch ein solches blindes Verhalten werden aber politisch starke Islamgruppen gestärkt, weil man ihnen keine starke wertbasierte offene Gesellschaft entgegenbringt.

Die vielen humanistischen, feministischen, demokratischen, liberalen Konzepte, die durchaus einen großen Gewinn für die Debatte bringen, führen letztendlich aber am Kern des Problems vorbei. Solche Konzepte argumentieren mit Ausschnitten aus dem Koran und den Hadithen, um damit die eigene Weltanschauung zu begründen. Sie blenden damit die kritischen Textstellen aus und konzentrieren sich auf die ethischen Elemente. Damit verfahren solche Gruppen in ihrer Systematik gleich wie radikale oder jihadistischen Gruppen, die ebenfalls bestimmte Suren zur Legitimation herausreißen. Eine Gesamtanalyse inklusive historischem Hintergrund findet nur dann statt, wenn es für die eigene Weltanschauung dienlich ist.

Um aber eine „Europäisierung des Islams“ zu ermöglichen und den religiös legitimierten Terrorismus aufzulösen, bedarf es einer Analyse des religiösen Codes und wie dieser different interpretiert und gelebt wird. Zwischen einem akademischen idealisierten Islam an den Universitäten in Europa, dem mannigfaltigen Alltagsislam der Muslime weltweit oder einem idealisierten Islam als Kriegs- oder Friedensreligion ist zu unterscheiden. Der Islam ist letztlich nur die Summe sämtliche Handlungen und Meinungen aller Gläubigen, die sich auf ihn berufen.

Es braucht, um den religiösen Fundamentalismus und die religiös legitimierte Gewalt auflösen zu können, eine rationale philosophische Auseinandersetzung mit den Quellen des Islams. Eine solche kritische Analyse fragt nach dem historischen Kontext der Entstehung der religiösen Texte und welche Wirkung erzielt werden. Weiter bedarf es einer philosophischen Auseinandersetzung kritischer und problematischer Textstellen und dessen soziokulturelle Wirkungskraft auf moderne Gesellschaften. Auf diesem Wege kann es gelingen, Gewalt und Faschismus in dem religiösen Kontext aufzulösen.

Das ist mein Ansatz, eine philosophische Kritik der religiösen islamischen Quellen um vor allem fatale Mystifizierungen aufzulösen und eine sachlich-kritische Diskussion über Inhalte des islamischen Glaubens führen zu können.

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